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Webseite & Blog von Sebastian Knopf

Durch den Newsletter der Gruppe go2know wurde ich auf dieses Hotel aufmerksam.
Es sollte bald endgültig geschlossen werden, daher musste schnell eine Wochenendtour
in den Osten aus dem Boden gestampft werden.

Einst im Jahr 1860 als Herrensitz erbaut und über die Jahre hinweg ständig erweitert, ist heute von der damaligen Pracht des Kurhotels
nichts mehr zu sehen. Einsam und Verlassen steht es am Rande eines kleinen Ortes.
Letzte Versuche das Hotel wieder aufblühen zu lassen, wurden im Jahr 1996 unternommen, allerdings fehlte es an der nötigen Konzession
und - wie so oft - am Geld.

Seit dem ist das Hotel sich selbst und seinen immer seltener werdenden Gästen überlassen.

Schon der Einstieg lässt erahnen, wie es im restlichen Teil des Hotels wohl aussehen mag.
Das Gebäudeensemble erinnert etwas an einen Bausatz für die Modellbahn, denn das nach außen hin wirkende Luxushotel besteht
in Wahrheit aus mehreren einzelnen Gebäudeteilen, die immer wieder kleine Lichthöfe zwischen ihren Wänden zulassen.
Durch diese dringt immer mehr Wasser ein und fördert den Verfall der Materie.

Über einige Balken hinweg gelangt man in eines der Treppenhäuser, welches mitten in das geheimnisvolle Innere des Hotels führt.

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In einigen Nebengängen - meißt zu den Toiletten führend - bietet sich hin und wieder ein Motiv in Form von purem Zerfall.

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Einige der verwinkelten Hotelflure waren bereits zusammengebrochen, wenige noch absolut sicher begehbar.
Jedes der Zimmer hatte einen eigenen Charakter und folgte man einem der Korridore, konnte man sich in den
zahlreichen Gebäudeteilen beinahe verlaufen.

Hotelflur

Ein paar Schritte weiter landet man direkt auf der Empore des prächtigen Ballsaals. Während große Teile schon stark verfallen sind,
hängen die drei Kronleuchter aus Kristallglas wie unberührt an der Decke. Könnten sie Geschichten erzählen, sollte man sicherlich die ein oder andere Minute dafür opfern!
Und egal wie man die Kamera auch dreht und wendet, fast aus jeder Perspektive ergibt sich ein Bild, was sich sehen lassen kann.

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Ballsaal

Neben den faszinierenden Kronleuchtern bietet der Ballsaal unter anderem auch eine Bühne, mit einer Technik, von der so manches Volkstheater nur zu träumen vermag...
Außer den Seilzügen und einigen Scheinwerfern ist davon nicht mehr viel zu sehen. Die Regieräume und die Requisite sind alleine sich selbst überlassen und verfallen Stockwerk
für Stockwerk. Tief unter der Bühne findet man noch Überreste einer Hausmeisterwohnung.

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Wer das Hotel noch besuchen möchte, sollte sich etwas ranhalten, denn der Abriss steht kurz bevor - allerdings schon seit letztem Jahr.
Für den Sommer 2017 sind die Abrissarbeiten angekündigt, allerdings mangelt es bisher noch einem Abrissunternehmen, wie einem Artikel
aus jüngster Zeit der lokalen Presse zu entnehmen ist.
Wenn der Abriss nicht zuvor kommt, wer weiß wie lange das ächtzende Hotel der Witterung noch standhalten kann ... ?